Was ist Rehabilitationssport kurz: Rehasport?

Rehabilitationssport, kurz genannt Rehasport, ist ein Bewegungstraining, welches im Gruppentraining stattfindet. Die Betonung liegt dabei besonders auf dem Wort Sport, der in der Regel als Gymnastik angeboten wird. Meist werden Übungen zur Verbesserung der Koordination, Kraft und Beweglichkeit durchgeführt. Rehasportler treffen sich regelmäßig zum Gruppentraining, welches unter der Leitung eines lizenzierten Rehasport-Übungsleiters ausgeübt wird. Bei einer Rehasportstunde (i.d.R. 45min) können max. 15 Personen teilnehmen. Rehasport wird ausschließlich vom Arzt verordnet und zu 100% von den Krankenkassen bezahlt. Eine Rehasportverordnung umfasst i.d.R. 50 Übungseinheiten, die innerhalb von 18 Monaten zu absolvieren sind.

Ziele und Zielgruppen 

Rehasport ist ein Bewegungsangebot, das sich per Definition an Menschen mit Behinderung, an Menschen mit drohender Behinderung sowie an chronisch Kranke richtet. Diese Definition ist geprägt durch den Ursprung des Rehasports im Versehrtensport der Nachkriegszeit. Auch heute noch ist der Rehasport organisiert über die Landesverbände des DBS, wird jedoch zu großen Anteilen an chronisch Kranke verordnet. Das Angebot richtet sich insbesondere an Personen mit Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat. Auch für Menschen mit chronischen Beschwerden, ist der Rehasport ein adäquates Mittel zur Schmerzlinderung und Steigerung des Wohlbefindens. Letztendlich soll Rehasport Betroffenen helfen, sich wieder in das Alltags- und Berufsleben zu integrieren.
Ein weiteres Ziel ist die „Hilfe zur Selbsthilfe“. Die Verantwortung der Teilnehmer für ihre Gesundheit soll gestärkt werden. Rehasport soll die Teilnehmer zu einem langfristigen Bewegungstraining motivieren.

Rehasport Formular 56 – Antrag auf Kostenübernahme

Für eine Teilnahme am Rehasport-Gruppentraining, braucht der Patient eine ärztliche Verordnung (Formular 56). In der Regel umfasst eine Verordnung 50 Übungseinheiten, die in maximal 18 Monaten (Ausnahme 36) zu absolvieren sind. Dieses Formular muss bei der zuständigen Krankenkasse eingereicht und die Kostenübernahme muss bestätigt werden. Danach kann sich der Patient eine zertifizierte Rehasport-Gruppe suchen und mit dem Training beginnen.

Informationen für Rehasportler

  • Mit einer ärztlichen Verordnung besteht ein Anspruch auf 50 Übungseinheiten in den folgenden 18 Monaten
    –> Sonderfälle sind Herzgruppen (90 ÜE / 24 Mon.) und chronische Erkrankungen (120 ÜE / 36 Mon.)
  • Ein Gruppentraining umfasst 45 Minuten (max. 60 min bei Herzgruppen)
  • Die maximale Teilnehmerzahl pro Kurs beträgt 15 Teilnehmer
  • Nur ein lizenzierter Übungsleiter darf den Rehasportkurs leiten
  • Das Mindestalter beträgt für Erwachsenengruppen 15 Jahre
  • Rehasport wird auch als Wassergymnastik angeboten oder in Alten- und Pflegeheimen

Gesetzliche Grundlagen

Die gesetzlichen Krankenkassen müssen seit dem 01. Januar 2001 (Inkrafttreten des § SGB IX) Sport und Training als so genannte „Ergänzende Leistungen zur Rehabilitation“ unterstützen. Dieser Leistungsanspruch des Patienten ist im §64 des Sozialgesetzbuches IX definiert und gesetzlich verankert. Die Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport (seit 01. Januar 2011) regelt alle vertraglichen Leistungen und Anforderungen zwischen den Leistungserbringern und Kostenträgern.
Damit lautet die Aussage: “Rehasport – ärztlich verordnet und von den Krankenkassen bezahlt!